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Breitbandausbau im Kreis: „Die erste Halbzeit ist vorbei…“


Fünf Fragen an Landrat Klaus Peter Schellhaas und Frank Bothe, regionaler Technik-Chef der Telekom zum Sachstand des Breitbandausbaus im Landkreis.
Um das Ziel der flächendeckenden Breitbandversorgung für die 19 Kommunen des Zweckverbands NGA-Netz Darmstadt-Dieburg Realität werden zu lassen
wurde im April 2014 ein Vertrag mit der Deutschen Telekom abgeschlossen. Zeit für den Zweckverband und die Telekom, ein Zwischenfazit zu ziehen. 
 
Das Ausbauprojekt hat laut Planung die Halbzeit erreicht. Die ersten Kommunen sind schon in Betrieb gegangen. Wie ist die Resonanz dazu?
 
Landrat Schellhaas: „Ja, die Zeit fliegt und schon ist die erste Halbzeit vorbei. Die Baumaßnahmen vor Ort sind fast reibungslos gelaufen. Der aktuelle Ausbaustand entspricht in der Tat auch dem festgelegten Realisierungszeit-
plan. Sehr gut war auch die Entscheidung der Telekom mit der Firma Klenk ein sehr bewährtes Unternehmen aus der Region für die Tiefbauarbeiten einzusetzen. Deren gute Ortskenntnis und bestehende Kontakte zu den
Bauämtern vor Ort haben für die plangemäße Realisierung beigetragen.  Wir konnten in den neun Kommunen des ersten Bauabschnitts und mit Babenhausen und Schaafheim sogar schon zwei Kommunen des zweiten
Bauabschnitts ans Netz bringen.“
 
Es wird immer von einem flächendeckenden Breitbandnetz gesprochen. Was bedeutet das konkret, wie wird das gemacht und welche Chancen bieten sich damit für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis?
 
Landrat Schellhaas: „Die Telekom hat uns Bandbreiten von bis zu 50 MBit/s flächendeckend für mindestens 95 % der Haushalte sowie für die Gewerbetreibenden vertraglich zugesichert. Schon bei den Vertragsverhandlungen war uns jedoch wichtig, dass das neue Netz und die eingebaute Technik auch zukunftsfähig sind. Mit dem sukzessiven Einschalten der Vectoringtechnologie im gesamten Ausbaugebiet werden auch 99% der Anschlüsse mit Bandbreiten von 50 MBit/s versorgt sein. Die seitherigen
Vertragsabschlüsse in den bisher in Betrieb genommenen Kommunen haben alle Erwartungen übertroffen. Diese Investition erhöht die Attraktivität unseres Standorts für alle: für private Nutzer, Gewerbetreibende und freiberuflich Tätige
sowie für Schulpflichtige und Studierende bis hin zu der verbesserten Vermietbarkeit von Wohnraum.
 
Frank Bothe: „Mit dem FTTC-Ausbau ((Fibre to the Curb), ersetzen wir bereits bis zu 80 % der Kupferleitungsstrecke zwischen unserer Betriebsstelle hin zu unseren Kunden, durch neue Glasfasertrassen. Das Glasfaserkabel wird an die vorhandenen Kabelverzweiger (KVZ), das sind die grauen Kästen die am Straßenrand stehen, angeschlossen und mit neuer zusätzlicher Technik ausgestattet. Dies erfordert, dass die alten grauen Kästen durch ein etwas größeres Multifunktionsgehäuse ersetzt werden. Die sogenannte letzte Meile; also der Weg von diesem grauen Kasten bis zu den einzelnen Anschlüssen in den Straßen und Häusern besteht weiterhin aus Kupferkabel und bleibt unangetastet. Kurz gesagt bringt die neue Technik näher zu den Menschen. Das neue Glasfaserkabel garantiert die höheren Bandbreiten und nahezu jeder Haushalt profitiert davon.
 
Bezogen auf die flächendeckende Versorgung - wird das schnelle Netz auch in allen Stadt- und Ortsteilen verfügbar sein? 
   
Landrat Schellhaas:  Die vertragliche Basis sieht einen dreijährigen Ausbau in allen verbandsangehörigen Städten und Gemeinden mit allen Stadt- und Ortsteilen vor. Mit dieser Anforderung sind wir gemeinsam mit allen zweckverbandsangehörigen Kommunen gestartet. In den Kommunen des ersten Ausbauclusters ist dieses Ziel erreicht. Nachbesserungsbedarf gibt es jedoch in den Stadtteilen Wembach/Hahn von Ober-Ramstadt und auch im Ortsteil Ober-Nauses der Gemeinde Otzberg. Dort sind die zugesicherten Bandbreiten aktuell noch nicht verfügbar. Bereits bei den öffentlichen Informationsveranstaltungen wurde seitens der Telekom zugesichert, dort im ersten Halbjahr 2016 nachzurüsten.
 
Frank Bothe: Die Deutsche Telekom ist mit dem Ausbauziel angetreten, eine möglichst wirtschaftlichen Erschließung des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit einer flächendeckendeckenden und leistungsfähigen Breitbandversorgung zu errichten. Daran arbeiten wir hart. Allerdings müssen wir uns dabei an regulatorische Vorgaben der Bundesnetzagentur halten. Ein Beispiel dafür sind Anschlüsse, die im sogenannten „Nahbereich“ liegen. Das betrifft z.B. Kunden in Fischbachtal, deren Anschlüsse in einem Radius von rund 550 Meter um eine Telekom Betriebsstelle geschaltet sind. Da diese Anschlüsse rechtlich gesehen im „regulierten Bereich“ liegen, haben wir, seitens Telekom, derzeit noch keine Möglichkeit, in diesem Nahbereich einen weiteren Ausbau voran zu treiben.
 
Beschwerden oder Probleme sind bei einem großen Infrastrukturprojekt  unvermeidlich. Was ist da auf den Kreis und die Telekom zugekommen?
 
Landrat Schellhaas:  Bereits bei den Trassenplanungen waren die Bauämter und weiteren Fachbehörden in die Projektrealisierung eingebunden. In enger Abstimmung mit der Firma Klenk wurden die betroffenen Haushalte entlang der Tiefbauarbeiten rechtzeitig vor Baubeginn mit Flyer informiert. Beschwerden gab es dann nach den ersten Inbetriebnahmen, weil aufgrund der sehr hohen Nachfrage die eingebauten Port-Steckplätze in den Verteilerkästen überbucht  waren. Zeitnah konnten diese Ports jedoch durch den Vertragspartner ergänzt und mengenmäßig aufgerüstet werden. Hier gilt: Auch wenn die Ports voll belegt sind, brauchen die Menschen vor Ort keine Bedenken haben, denn auch künftig werden diese Ressourcen bei Bedarf aufgestockt. Ich möchte an dieser Stelle klar festhalten: Wir erleben die Telekom als sehr verlässlichen Partner, der seine große Netzexpertise auf allen Ebenen einbringt, damit wir das gemeinsam gesteckte und vertraglich vereinbarte Ziel für die verbandsangehörigen Kommunen erreichen.“
 
Frank Bothe: „Klarerweise kann es bei einem Großprojekt wie diesem auch mal zu Problemen kommen. Und natürlich stehen wir im Sinne unseres partnerschaftlichen Umgangs dafür ein, schnellstmöglich Lösungen zu realisieren. Ich stimme Landrat Schellhaas in seiner Einschätzung voll und ganz zu und unsere sehr enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist ein klarer Beleg dafür.“ 
 
Wie geht’s weiter mit dem Breitbandausbau; was steht als nächstes an?
 
Landrat Schellhaas: „Aktuell ist die Firma Klenk mit den Tiefbau- und Kabelverlegearbeiten in den Kommunen Eppertshausen, Dieburg, Groß-Zimmern und Messel beschäftigt. In diesen Kommunen wird das schnelle Breitbandnetz dann planmäßig im März 2016 buchbar sein. Im ersten Quartal 2016 beginnen die Tiefbaumaßnahmen für die noch verbliebenen Kommunen Erzhausen, Griesheim, Pfungstadt und Weiterstadt im dritten Abschnitt. Aus heutiger Sicht werden die Arbeiten in Erzhausen starten.“
 
Frank Bothe: „Parallel zum kabelgebundenen Breitbandausbau erweitern wir auch unser LTE-Mobilfunknetz kontinuierlich im Ländlichen Raum. Damit können unsere Kunden an jedem Ort das Internet auch mobil nutzen. Zudem können wir auch dort die Versorgung optimieren, wo uns die Physik ausbremst und das Festnetz nicht die vollen Bandbreiten hergibt. Zum Beispiel mit  unseren Hybrid-Angeboten, die Verzahnung von Festnetz und Mobilfunk, um Kunden mehr Bandbreite anbieten zu können.“

 
Hintergrundinformationen:
Im Vertrag des Zweckverbands NGA-Netz Darmstadt-Dieburg und der Telekom wurde als Realisierungszeitraum September 2014 bis Frühjahr 2017 vereinbart, aufgeteilt in drei Ausbauabschnitte:
 
Abschnitt 1 (9 Kommunen): Fischbachtal, Modautal, Mühltal, Groß-Umstadt, Groß-Bieberau, Reinheim, Roßdorf, Otzberg, Ober-Ramstadt
Abschnitt 2 (6 Kommunen): Babenhausen, Schaafheim, Eppertshausen, Dieburg, Groß-Zimmern, Messel
Abschnitt 3 (4 Kommunen): Erzhausen, Griesheim, Pfungstadt, Weiterstadt 


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